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Trainingswahnsinn oder Wahnsinnstraining?


Wer kennt sie nicht, die guten Ratschläge und Empfehlungen für Hundehalter zum richtigen Training, richtigen Timing, der richtigen Dauer, der richtigen Intensität und dem "richtig überhaupt" in der Grunderziehung des Hundes. Hunde werden von einer Übungssituation zur nächsten gedrillt. 

Ein ohnehin schon feststellbarer Stresspegel bei Hund und Mensch wird weiter genährt durch die von anderen Hundebesitzern implizierte Panik, etwas im Training vergessen zu haben. Etwas in der Hundeerziehung versäumt zu haben bedeutet ja unterm Strich künftiges Fehl- und Problemverhalten.

Gerade das erste Hundejahr bedeutet für die meisten Hundehalter eher Stress und Druck statt vielmehr Entspannung und eine stabile Beziehung zum neuen Vierbeiner. 

Nun mal ehrlich! 

Um annähernd jeden eventuellen Alltags-Reiz trainieren zu können, würden wir einige Jahre benötigen. Unendlich viele Reize, die uns im Laufe des Hundelebens begegnen, können wir überhaupt nicht kontrollieren und somit auch nicht trainieren. 

Sobald die angstauslösende Mülltonne für den Hund desensibilisiert ist, fängt man eine Woche später von vorne an, weil Mülltonnen die Angewohnheit haben, nie an genau denselben Platz zu stehen. Wut auf den Nachbarn, der dreist die unausgesprochene Erwartung missachtet hat, seine Mülltonne gefälligst an den bisher bekannten Ort zu stellen, kommt hinzu. 

Jogger eins wird aber endlich nicht mehr gehetzt, Radfahrer vier wird heute einmal nicht angesprungen, aber was ist mit Jogger 2 bis 99 und Radfahrer 5 bis 145? 

Das Schweineohr können Sie Ihrem Hund zwar wegnehmen, aber nicht seinen Napf, sobald dieser auf dem Boden steht und das Futter frei gegeben wurde.

10 Minuten ruhiges Warten vor der Apotheke bedeuten noch lange nicht, 10 Minuten im Stadtpark an der Sitzbank entspannt liegen bleiben zu können. 

Wir wissen, dass dieser Wahnsinn von Stress, Konflikt und Angst irgendwann anfängt und möchten dem Hund ja gerne helfen, wissen aber oft nicht wie…

Und hier die gute Nachricht:

Hunde, die von Anfang an in einer stabilen Beziehung mit ihren Menschen leben und sich in geklärten Ressourcenverhältnissen befinden, müssen "richtiges, entspanntes und aufmerksames Verhalten" nicht für jede Situation und jede Reizlage neu erlernen. 

Wenn Hunde lernen dürfen, die Kontrolle dem Menschen zu überlassen und das Tier in einer positiven Abhängigkeit zum Hundehalter ist, dann überlassen sie uns Zweibeinern freiwillig jede neue Situation und dessen Management bzw. Klärung auch. 

Es spielt dann im Laufe eines Hundelebens keine Rolle mehr, ob diese oder jene Situation jemals trainiert wurde, wenn man sich als Hundehalter/in um die nötige Basis gekümmert hat. Somit können Hunde jegliche Situationen und Aufgaben in unserem Sinne meistern, ohne Stress, ohne Konflikte und ohne korrigiert werden zu müssen.

Freuen Sie sich auf ein Wahnsinnstraining statt auf Trainingswahnsinn. 

Wie das geht? 

Wir zeigen es Ihnen, egal ob sie als Kollege/in ihre Trainingsansätze verändern möchten oder als Hundehalter/in neue Wege gehen möchten.

Körpersprache vs. körperaktiv?

Oder Hundeerziehung weitergedacht…

In einer Zeit, in der es noch die Deutsche Mark gab, Autos keine Sicherheitsgurte hatten und Handys reine Fiktion waren, begann ich mich für Hunde zu interessieren. Hundesportvereine hatten Hochkonjunktur und das Training mit dem Hund war damals schon antiquiert, zumindest aus heutiger Sicht. 

Die klassische Hundeerziehung beschränkte sich auf militärisch durchgeführte Unterordnung einmal die Woche auf einem der zahlreichen Hundeplätze in Deutschland, die sich straff organisiert, der konsequenten Erziehung von zumeist Rassehunden verschrieben hatten.

Wenn zu dieser Zeit von konsequenter Erziehung des Hundes gesprochen wurde, dann bedeutete dies, der Hund musste „funktionieren“! 

Der Einsatz von Starkzwangmittel wie Stachel- und Stromhalsbänder zur Grunderziehung des Hundes waren der Standard und nicht die Ausnahme. Bei Ungehorsam waren Leinenruck, das Tier zu Boden drücken sowie Anschreien adäquate Mittel um Hunde zu erziehen und damit „gesellschaftsfähig“ zu machen. 

Hundeerziehung beschränkte sich lange Zeit auf das Verwenden von Sprachkommandos, also das geben von verbalen Befehlen durch den Menschen. Der Blick über den Tellerrand und das Gehen neuer Wege in der Hundeausbildung war für fortschrittlich denkende Hundehalter eher abenteuerlich und der sichere Exkurs in Gelächter durch Vereinskollegen. Gewaltfrei am Hund zu arbeiten wurde belächelt und als Unsinn deklariert. 

Leider sind die heutigen, „modernen“ Erziehungsmethoden, angesichts der zunehmenden Vermenschlichung des Tieres und der stark emotionalen Betrachtung von Hundeverhalten nicht weniger fragwürdig. 

In unkontrollierten Welpenspielgruppen werden Welpen nicht etwa auf das Zusammenleben mit dem Menschen vorbereitet, sondern eher auf das Zusammenleben mit anderen fremden Hunden geprägt. Qualzüchtungen nehmen Überhand und Hunde werden als Statussymbol, als menschlich gleichwertige Familienmitglieder oder als Kind- und Partnersatz gesehen und auch so behandelt, mit fatalen Folgen für das „Raubtier Hund“. 

Der neue Trend ist körperaktives trainieren mit Hunden, nicht zu verwechseln mit Körpersprache, die jeder Mensch und jeder Hund ohnehin besitzen und nicht trainiert werden muss. Die Rede ist von vermeintlich artgerechter Kommunikation mit Hunden über körperaktive Einschränkung durch den Menschen. Hier werden Hunde in ihrer Bewegung blockiert, bedrängt und bei Fehl- und Problemverhalten körperlich massiv unter Druck gesetzt, alles unter dem Vorwand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. 

Viele Hundetrainer bzw. Hundeschulen sind dem Trend gefolgt und bewerben nun körperaktives Training am und mit dem Hund, leider oft zum Schaden der Tiere.

Was genau ist nun körperaktives Trainieren mit Hunden?

Körperaktives Training oder auch die körperaktive Therapie von Problemverhalten beim Hund schließt das parallele Geben von Sprachkommandos aus. Ein Hund kann also entweder auf die Körperaktion des Menschen reagieren oder auf dessen Sprachkommandos. Beides zugleich ist weder sinnvoll noch nachvollziehbar oder gar verständlich für den Hund. Oft sind Verbalkommandos widersprüchlich zur Körperaktion und resultieren in Stress und Konfliktverhalten. Wenn sich Ihr Hund also beim Kommando „Sitz“ wieder mal hinlegt, hat er Ihr Sprachkommando nicht ignoriert, sondern lediglich auf Ihre Körperaktion reagiert. 

Weiterhin muss beachtet werden, dass eine körperaktive Einschränkung in dem Moment beendet werden muss, sobald der Hund ein entsprechendes Alternativverhalten zeigt, ansonsten könnte er nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden.

Ein weiteres großes Defizit vieler Anwender des „neuen“ körperaktiven Trainings ist die Unkenntnis im Hinblick auf das Lernverhalten von Hunden. Solange man mit althergebrachten Konditionierungsmodellen am Hund arbeitet, wird es immer wieder Fehlinterpretationen im Verhalten von Hunden geben. Hier wird weder zwischen Reiz und Auslöser noch zwischen Gefühl und Emotion unterschieden. Dies wäre aber wichtig, um das Tier sinn- und maßvoll zu trainieren. 

Bedenken Sie, einem Hund etwas beizubringen oder sein Verhalten zu verändern ist keine Angelegenheit von Wochen oder Monaten, sondern von wenigen Tagen. Maßgeblich hierbei ist das objektive Betrachten von Hundeverhalten und wie der Mensch dieses Wissen nutzt. 

Die Kenntnis über die Körpersprache von Hunden ist wichtig, viel wichtiger jedoch ist, dass Hundehalter und Hundeexperten nicht völlig unwissend körperaktiv am Hund tätig werden. Dies ist fahrlässig und sicherlich nicht „artgerecht“. 

GenderDog

Der Gender Hund, er muss mal auf die Wiese, Schatz!

„Ich habe meinen Hund doch nicht, um ihn mit Regeln zu quälen! Ich will die pure wilde Freiheit spüren!“, sagte mein damaliger Freund und saß mit meinem Hund im Arm auf der Couch vorm Fernseher. Reicht schon, dass ich mich im Job allem beugen muss, der Hund soll das nicht müssen!“

Und somit rief er die totale Amnestie für meinen Hund aus, Bella durfte ins Bett, auf die Couch, bekam Essen vom Teller. Das ging sogar so weit, das die beiden zum Mitternachtsimbiss, Arm in Arm - vorm Kühlschrank saßen und sich die feinsten Leckerbissen teilten.

Das gab es noch nie in meinem Hundehalterleben!

Während er für sich die totale Verwöhnung des Hundes in Anspruch nahm, fiel mir die Rolle als „Bad Cop“ zu, denn bei mir musste Bella "funktionieren" und zwar aufs Wort!

Gab es in meinem Frauen-Single Leben ein straffes und gut organisiertes Regime bezüglich des Hundes und die klar definierten Ansprüche an diesen, wirbelte die neu hinzugefügte männliche Komponente nun alles durcheinander und stellte alle meine Regeln auf den Kopf und in Frage.

Bella fand das natürlich super und schloss sich dem "neuen" Menschen in unserem Leben gerne an, was aber scheinbar nichts an ihrer tiefen Verbundenheit zu mir änderte. Ich war darüber erstaunt und auch etwas erleichtert.

Und während ich mir das wachsende Zusammenspiel der Beiden betrachtete, schaute ich mich in meinem hundehaltenden Freundeskreis um und stellte fest das diese „Rollenverteilung“ des Öfteren vorkam.

Das Männer und Frauen oft unterschiedliche Anforderungen und Vorstellungen an ihre Hunde haben, hatte ich schon vermutet.

Je mehr die Frau auf klare und strikte Regeln in der Hundehaltung achtete, umso mehr waren die Beziehungs-Männer auf die Freiheiten des Hundes bedacht.

Auch wenn der Hund Kindersatz für die Frau ist, umso höher ist der Anspruch des Mannes an den Hund und umso perfekter muss der Hund seine Aufgaben für den Mann erfüllen.

Ist das wirklich so?

Gendrifizieren wir unseren Hund?

Gibt es wirklich eine geschlechtsspezifische Aufgabenteilung und Anspruchstellung beim und am Hund? Oder profilieren wir unsere Neurosen über unseren Hund?

Während mein Freund sich die, in meinen Augen, angenehmen Dinge in der Hundehaltung vorbehielt, fielen mir eher die einfachen Dinge des Lebens zu, Bürsten, Baden, Füttern, Gassi gehen.

Ich war oft neidisch auf die Freiheit in der Mensch-Hund-Beziehung zwischen meinem Freund und meiner Bella, die scheinbare Leichtigkeit mit der sie funktionieren durften und diese für sich in Anspruch nahmen.

Während er einfach nur den Hund genoss, war ich meinem Zwang unterworfen, den perfekt erzogenen Hund haben zu müssen, den Hund um den mich alle beneideten, von dem sich alle wünschten, dass ihrer so wäre wie meiner, weil seine Anerkennung mein ganzer Stolz war.

Was ich oft nicht sah oder sich meinem Blick verschloss, es ging meinem Freund genauso.

Er beneidete mich dafür, dass meine Bella mich so perfekt Lesen konnte, anhand meiner Körpersprache schon wusste, was ich von ihr als nächstes wollte und wir uns wortlos verstanden - sie auf den ersten „Blick“ auf mich „hörte“ und seine Autorität damit unzulänglich erscheinen ließ, indem sie ihn draußen einfach ignorierte und was er dann mit einem: “Ja, lauf du nur zu Frauchen,“ kaschierte.

Ich begann mich zu fragen, ob die unterschiedlichen Ansprüche die mein Freund und ich an Bella stellten, mein Tier verwirrten oder ein verändertes Verhalten bei ihr hervorrufen würden.

Aber ich konnte nichts dergleichen feststellen. Im Gegenteil, ich war eher von der Leichtigkeit mit der sie uns beide zu nehmen wusste, überrascht.

Ob sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede nun in der Single-Hundehaltung oder ausschließlich in der Pärchen-Hundehaltung manifestieren, konnte ich nicht feststellen, da sich meine Ansprüche während der Beziehung in Bezug zu meinem Hund nicht geändert haben.

Ob es nun einen generellen Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Hundehaltung gibt, war unserem Hund vollkommen egal.

Hauptsache war, dass seine Grundbedürfnisse erfüllt wurden, von wem und wie spielte keine Rolle.

Sollten wir uns nicht viel mehr auf unseren Enthusiasmus zurückbesinnen und unseren Hund einfach genießen, egal welchen Platz er in unserem Leben grade einnimmt.

Welcher Haltungstyp seid ihr, eher die freiheitsliebenden „Marlboro-Cowboys“ oder doch die regelkonformen „Adrian Monk‘s“?

Welche Rolle nimmt euer Hund in eurem Leben ein?

Glaubt ihr, dass es einen Unterschied in der Hundehaltung zwischen den Geschlechtern gibt?

Bilder mit freundlicher Genehmigung von mopskekserei 

Warum der Border-Mops zu Prada passt

Aus welchem Grund hast Du dich für diesen Hund entschieden, frage ich andere Hundehalter.

„Ich fand den schick!“

„Ich hatte gerade viel Zeit“

„Ich will Sport machen und mich mehr bewegen“

„Ich wollte das mein Kind mit einem Hund aufwächst“

Dies sind die meist genannten Antworten und doch haben alle einen gemeinsamen Kern, den Egoismus des Menschen - entsprechend schlecht ist die Mensch-Hund Bindung, weil das "Gespann" einfach keinen Draht zueinander findet.

Leider scheitert es, trotz guten Willens, an der Umsetzung und dem Miteinander von Mensch und Hund weil man sich schlichtweg auf unterschiedlichen Kommunikations- und Lebensführungsebenen bewegt. Der Mensch definiert seine Anforderungen gar nicht oder nicht hundgerecht und schafft es oft nicht, seine Wünsche und Ansprüche am Hund umzusetzen.

Hundehalter berücksichtigen weder die zukünftige Haltungsform noch die altersbedingten oder körperlichen Ansprüche die ein Hund so mitbringt. So wird der Mops zum Agilityprofi und der Border Collie soll schön lieb und ruhig in der Designerwohnung residieren, weil er doch so hübsch zur Einrichtung oder der Pradatasche passt.

Der Ersthund vom Züchter aus jagdlicher Leistungszucht, wird niemals als Jagdhund geführt, er soll vielmehr als Ruhepol für die Familie dienen, was ein durchaus berechtigter Anspruch wäre. Es gibt bestimmt bessere Beweggründe, als die persönliche Modevorliebe um sich für eine bestimmte Hunderasse zu entscheiden, aber sicherlich auch weitaus schlechtere.

In der heutigen Hundeerziehung gibt es leider immer noch erstaunlich wenig Wissen. Zwar muss man für einen großen Hund eine gewisse Sachkunde unter Beweis stellen, doch ich finde jeder Hund verdient einen kundigen Halter, stellt doch jeder Hund ähnliche Ansprüche an seinen Besitzer.

Es wird heute eher ein Buch über Kleintierhaltung gelesen, als eines über Hundeerziehung. Sucht man nach guten Fachbüchern, steht man oft allein im Bücherdschungel, aber das ist ein anderes Thema.

Aber warum hat man nun ausgerechnet diesen Hund?

Oft spielen emotionale Gründe eine Rolle, außer man hält sich einen Dienst,- Service- oder Therapiehund.

Letztendlich ist der Grund warum man ausgerechnet diesen Hund hält eigentlich zu vernachlässigen, einzig alleine das "Wie" spielt eine übergeordnete Rolle. Werdet euch klar, was ihr exakt mit und von eurem Hund erwartet und dann setzt es sachkundig und mit Freude für Mensch und Hund um.

Habt wieder Freude an eurem Hund!

Dominanz… Unwort oder „back to nature“?

Der Aufschrei kam prompt und heftig. „WAS… schon wieder dieses Dominanz-Getue?

Immer die blöde Wichtigtuerei um Alpha-Status und Rangordnung! Mein Hund liebt mich und ich liebe ihn… er kann bei mir ganz Hund sein und DAS ist ein artgerechtes Leben.

Du bist wahrscheinlich so ein Macho-A****, das sich in seiner Pseudo-männlichen Rolle unheimlich gut gefällt!" RUMS! Das hat gesessen!

Ich stelle mir gerade den menschlich-männlichen Verfasser am anderen Ende der forenlesenden Zunft vor, der diese Antwort auf seinen Beitrag hin zu lesen bekam. Ratschläge sind schließlich auch Schläge… wie gut, dass zwischen den meisten Diskussionsteilnehmern eines Forums mehrere Entfernungskilometer liegen. Was ICH persönlich von so mancher Wortwahl, Tonfall und allgemeinem Umgang der Menschen untereinander halte, behalte ich mal (zunächst) an dieser Stelle für mich. 

Darf Ihr Hund auch alles, weil er es gut haben soll bei Ihnen? Schränken Sie ihn nie ein, dominieren Sie ihn nie, weil Sie es ablehnen, für ihn und über die Wünsche Ihres Hundes hinweg zu entscheiden? Wirklich? 

Die Frage nach der Dominanz, ihrer Bedeutung, ihrer Ausdrucksweise im täglichen Umgang mit uns Menschen oder rein innerartlich und dem „warum überhaupt?“ bedarf zunächst einmal eines ungetrübten Blickes auf den Wortursprung. Und wie so viele Wörter unseres heutigen Gebrauchs wurde DOMINANZ nicht von Hundehaltern im Diktatorenlook entworfen und geprägt, sondern findet ihren Ursprung im Lateinischen und beschreibt… „die Eigenschaft von Erbfaktoren, sich gegenüber schwächeren (rezessiven) sichtbar durchzusetzen“.

In der Biologie, z.B. bezeichnet dies „Dominanz-Hierarchien, die bei vielen Tieren einschließlich der Primaten zu finden sind, auch beim Menschen. Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig".

Letztes besagt sehr deutlich, dass ein „dominanter“ Hund nicht 24 h und gegenüber jedermann dominant ist/sein muss. Er kann es auch „nur“ in einer für ihn sehr wichtigen Situation (z.B. beim Treffen auf gleichgeschlechtliche Artgenossen an der Leine = situationsabhängige Dominanz) sein, während er in allen anderen tagtäglichen Gegebenheiten einfach „nur lieb“ ist. Es kann auch bedeuten, dass ein Hund nur bei Bezugsperson A (beziehungsspezifische Dominanz), z.B. der Ehefrau, „nie hört“, während er für den Ehemann freudig buchstäblich alles tut.

In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn "ein Individuum das Verhalten von einem oder mehreren anderen Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte".

Mit dem Begriff „Dominanz“ kommt auch gleich ein weiterer daher: das Alpha-Tier. "Alpha-Tier ist ein Begriff aus der Verhaltensforschung und bezeichnet das Leittier einer Herde oder eines Rudels. Alphatiere sind in der Regel die kräftigsten und erfahrensten Tiere der Gruppe. Häufig sind sie auch die ältesten und die einzigen Männchen oder Weibchen ihrer Gruppe, die Nachwuchs zeugen. 

Der Begriff Alpha-Tier bezieht sich auf Alpha (α) bzw. Aleph, den ersten Buchstaben im griechischen oder phönizischen Alphabet: Alpha-Tiere sind also die „ersten“ (sprich: in der Rangordnung am höchsten stehenden) Tiere ihrer Gruppe". Diese Bezeichnung ist wertungsfrei – es überzieht das mit dem „Alpha-Status“ gekoppelte Verhalten weder mit positiven noch negativen „Eigenschaften“.

Hingegen haben wir Menschen diesen Begriff umgangssprachlich geprägt – und dies fast immer im negativen Sinne. Es herrscht gepflegte Übereinstimmung darüber, dass man(n) oder Frau als „Alpha-Tier“ autoritär, nicht kompromissbereit und/oder machtbesessen gegenüber Menschen auftritt und ist demzufolge gleichermaßen abschätzig wie auch ablehnend gemeint. Im Geiste sehen wir einen Vorgesetzten, einen Partner oder ein Elternteil vor uns, der seine Mitarbeiter/Ehepartner/Kind erniedrigt, erschreckt, psychisch unter Druck setzt, ja - sogar schlägt oder anderweitig körperlich malträtiert.

Liegt hier der Grund darin, warum wir Menschen angesichts von Begriffen wie „Dominanz“, „Führung“, „Einschränkung“, „Rangordnung“ und „Alpha-Status“ etc. gleich an etwas Negatives denken? Etwas, was zweifelsohne unserem – doch grundsätzlich positiv belegten – Verständnis von Demokratie, dem gleichberechtigten Miteinander, zuwider läuft?

Haben wir für uns erst einmal verstanden, dass Dominanz ursprünglich für viele Lebensformen überlebensnotwendig war und daher weder von guten noch schlechten "menschlichen Tugenden" kreiert wurde, sollten wir uns einmal – wertfrei – vor Augen führen, wo wir selbst jeden Tag andere (einschließlich unserer Hunde) dominieren, ohne dass es uns bewusst wird..., ohne dass wir negative/positive Absichten bewusst und ausdrücklich mit unserem Verhalten verbinden. Egal, ob Sie den Ausdruck der Dominanz gebrauchen oder ablehnen, Sie sollten es grundsätzlich im Verständnis dessen tun, was dieses Wort tatsächlich bedeutet. Sie sagen ja auch nicht „hüh“, wenn Sie „hott“ meinen…

Wollen SIE einmal darauf achten, wie oft am Tage Sie tatsächlich „dominant“ (im Sinne von Einschränkung von Rechten und Freiheiten anderer zu Ihren Gunsten) gegenüber Ihrem Hund (und wahrscheinlich nicht nur ihm gegenüber…) auftreten? 

Darf Ihr Hund in Ihrer Gegenwart auf den Tisch springen und Ihnen Ihr Schnitzel vom Teller ziehen? Nein? Darf er nicht? Sie hindern ihn daran, „beanspruchen“ Ihr Schnitzel für sich und schränken Ihren Hund ein, indem Sie ihm den Zugang zu Ihrem Schnitzel verwehren? Sie lassen Ihren Hund an der Bundesstrasse an der Leine, obwohl er in Richtung „bester Kumpel“ auf der anderen Straßenseite zieht und doch so gerne dort hin möchte, ungeachtet des Straßenverkehrs? Sie schränken Ihren Hund also über die Leine ein, verhindern, dass sein sehnlichster Wunsch in diesem Augenblick in Erfüllung geht und beanspruchen somit die Entscheidung "wohin des Weges" für sich? SIE UNMENSCH! Ja, da schau her... da sammer dominant und merken´s nimmer...

Kommen wir wieder zurück zu den „Dominanzdiskussionen“, wo auch immer sie stattfinden: In Internetforen, auf dem Hundeplatz, auf dem Spaziergang. Eine pauschalierte „Dominanz“ gibt es nicht – jeder Hund ist ein Individuum und zudem, wie zuvor angemerkt, ist Dominanz beziehungs-, zeit- und situationsabhängig.

Nur so lassen sich die meisten, am Ende doch sehr unsachlich geführten Diskussionen rund um das Thema Dominanz erklären: Jeder geht von seinen Erfahrungen aus und je nach dem, ob und wie viele unterschiedliche Erfahrungen man selber sammeln konnte, kann man die jeweilige Notwendigkeit eines „dominanten“ Führungsstils auch nachvollziehen. Zudem... kaum verständlich für die meisten (geplagten, aber so demokratisch-geprägten) Hundehalter, ist die Einschränkung die Vorstufe zu mehr Freiheit. Äh - wie nun?

Einschränkungen sind lediglich Mittel zum Zweck - niemand schränkt der "Einschränkung willen" ein! Kein Mensch - kein Hund! Hat der Hund erst einmal seinen Platz im Rudel gefunden (und zwar den, der ihm auch zusteht...), werden die Einschränkungen wieder sukzessive abgebaut. Ein Hund, der sich letztendlich - auch oder gerade aufgrund des vorherigen Weges der Einschränkung - verlässlich und vertrauensvoll an seinem Halter orientiert, kann überall abgeleint werden; kann überall mitgenommen werden, hat kein Problem mit Artgenossen und keinen Stress mit der Verteidigung von Ressourcen etc. Lebensqualität, von der so mancher Hund (und auch Halter) nur träumen kann.

Jede Hund-Mensch-Beziehung ist unterschiedlich - jeder Hund für sich betrachtet ist individuell; was alle individuellen Hunde dennoch eint, ist die Tatsache, dass sie Hunde sind; keine Katzen, keine Elefanten… und auch keine Menschen. Ihr genetisches Verhaltensrepertoire hat – wenn auch gemildert durch Domestizierung oder beeinflusst/"verfälscht" durch Zucht/genetische Auswahl, Prägung und Erziehung – immer noch seinen Ursprung im Urvater Wolf. Und damit einher gehen Verhaltensweisen, die auch heute noch als Erklärung sowohl für erwünschtes wie auch unerwünschtes Verhalten (aus Sicht des Menschen) Gültigkeit haben.

Wie auch die „Dominanz“, findet ebenfalls der Begriff „Unterordnung“ Zugang in jene Gruppe der „fehlinterpretierten“ Fachbegriffe, die bei vielen Haltern „Plaque“ hervorrufen. 

Unterordnung (den hartgesottenen, alteingesessenen Hundeausbildern sei Dank! „Ironie aus“) rief noch vor ein paar Jahren bei mir Schüttelfrost und Hassanfälle hervor, kannte ich den Begriff doch nur von Hundeplätzen. Die (überwiegend) Schäferhunde wurden im Kasernenton gedrillt und waren sie nicht „gut genug“, wurde mittels Leinenruck, Teletakt, Stachelwürger etc. nachgeholfen. Am Ende waren Halter und Ausbilder zufrieden mit einem „funktionierenden“ Hund und das Objekt ihrer Begierde schlich mit Meide- und Stressverhalten, stark beschwichtigend über den Platz.

Aber auch hier gilt – zunächst einmal klären, was genau eigentlich Unterordnung bedeutet, bevor der Begriff sinnentfremdet vergewaltigt wird. Glaubt man den Sachverständigen, die ihr Leben und Beruf dem Studium von Caniden gewidmet haben, dann ist Unterordnung im eigentlichen Sinne etwas ganz anderes. Es bedeutet eben gerade nicht, dass mit Druck von „oben“ der Hund zu etwas gezwungen wird. Sondern vielmehr geht die Unterordnung vom Hund aus – er erkennt ein ranghöheres Mitglied als solches „freiwillig“ an – kraft dessen souveränen und jederzeit der Situation angemessenen Verhaltens.

Ich denke bei diesem Vergleich immer an meinen früheren Vorgesetzten: er war fachlich ein Ass, lies nie den „Boss-Status“ (offenkundig) heraushängen, zahlte jedem pünktlich ein angemessenes Gehalt, und „führte“ uns dennoch nach seinen Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“. Wir „folgten“ ihm gerne, denn er war darüber hinaus in unseren Augen ein sachlicher und sehr fairer Menschenfreund. Später dann, nachdem wir schon einige Zeit zusammengearbeitet hatten, waren selbst Erklärungen überflüssig – wenn er sagte, wir müssen diese oder jene Auswertung nochmals unter einem anderen Gesichtspunkt überarbeiten, dann machten wir es, wissend, er war uns fachlich mal wieder einen Schritt voraus und wir in der Eile der Vorbereitung in einem Punkt zu unkonzentriert gewesen. 

Wir Menschen haben uns ihm „untergeordnet“ – einerseits aus einer Abhängigkeit heraus („Futter“ in Form des monatlichen Gehalts), aber nur das Gehalt alleine hätte uns nicht dazu gebracht, jeden Tag hoch motiviert und freudig 14 h am Arbeitsplatz zu verbringen – es war vielmehr die Art des Miteinanders, die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung, die Anerkennung in einem Team, in dem dennoch einer uneingeschränkt „führte“. Wir haben diese Führung dennoch nie herausgefordert, unterwandert oder in Frage gestellt, denn es gab keinen Grund dafür. Er machte in unser allen Augen als „Chef“ alles richtig…

Kommen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt dieses Beitrages:

Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

Einschränkung muss nicht negativ sein. Wenn Sie (A) Ihren Hund (B) über die Leine „einschränken“ (oder ihn ohne Leine mit einer kurzen verbalen Aufforderung „bei Fuß“ nehmen), damit er nicht über die Strasse läuft, gestehen Sie sich somit das „Recht“ zu, dies zu entscheiden und schränken gleichzeitig die "Freiheit" Ihres Hundes ein, etwas anderes tun zu wollen. Sind Sie in dieser Situation Ihrem Hund gegenüber dominant? JA! Tun Sie es, um des „ich-zeig-Dir-mal-wer-der-Herr-im-Hause-ist“ willens? Sicherlich nicht, sondern allein aus Gründen der Sicherheit für Ihren Hund (und der anderen Verkehrsteilnehmer).

Als Sie Ihrem Hund (als er noch Welpe bzw. „unerzogen“ war) nicht Ihr Schnitzel überlassen haben, als er erst auf den Stuhl und dann auf den Tisch sprang, um sein „Recht“ auf einen guten Happen zu beanspruchen, haben Sie ihn da gewähren lassen? Falls nicht… und Sie tatsächlich Ihr „Recht“ auf das Schnitzel durchgesetzten, in dem Sie den Hund vom Tisch „verbannten“ und ihm somit in seiner „Freiheit“ einschränkten… waren Sie da „dominant“? JA!

Ich denke noch oft an meinen früheren Vorgesetzen – „Führungskräfte“ wie er sind selten geworden und leider wurde er vor einigen Jahren wieder zu seinem Mutterkonzern in die Staaten berufen. Einen „Chef“ wie ihn wünsche ich mir auch für so manche Hunde, die ich treffe oder im Tierschutz kennen lerne. Hunde, die sich gerne an einer Führung orientieren, freiwillig, freudig in der Gewissheit, Herrchen/Frauchen sorgt für die Dinge, die einem Hund ein artgerechtes Leben ermöglichen. Ein Leben,

… in dem er nicht mehr Fremde oder Artgenossen verbellen oder gar nach ihnen schnappen muss, um sich Sicherheit zu verschaffen, weil sich sein „Chef“ dafür nicht zuständig fühlt.

… in dem er nicht den ganzen Tag seiner Bezugsperson permanent auf Schritt und Tritt im Haus folgen „muss“, weil er entweder unter Verlustangst oder Kontrollverhalten leidet und seine Bezugsperson dies freudestrahlend als „Liebe“ interpretiert.

… in dem er nicht wieder sein Zuhause verliert, nur weil er sich nicht sofort und "von alleine" mit dem zweiten Hund im Hause versteht (oder umgekehrt) und der Halter enttäuscht ist über so viel „unsoziales“ Verhalten.

… in dem der Hund sich zu jeder Gelegenheit im Haus und Garten den Stress von der Seele bellt angesichts von Spaziergängen oder Besuchern und Halter sich darüber freut, weil sein Hund sich jederzeit „frei“ bewegen darf.

… in dem der Hund nicht an der Leine wie ein Berserker zieht, um sein Umfeld mit allen Reizen und Gefahren zu kontrollieren und sein Halter dies mit dem Hinweis begründet, dass es ihn nicht störe, denn der Hund sei ja noch kein Jahr alt und zudem ein Hund der Rasse X…, die nun einmal sehr temperamentvoll sei…

Es gibt noch so viele Situationen, die ich gerne einem Hund – je nach seinen individuellen Bedürfnissen ersparen möchte. Das wird mir und vielen Gleichgesinnten aber nur dann gelingen, wenn sich Menschen über die Bedürfnisse und den damit einhergehenden Verhaltensweisen ihres Hundes informieren… und dies ohne Voreingenommenheit tun, weder mit Scheuklappen vor den Augen noch mit persönlicher Lobhudelei als Interpretationsversuch für das (Fehl)Verhalten ihres Vierbeiners und seine Folgen.

Und dazu zählt eben auch die sachlich-korrekte und ursprüngliche Interpretation des Begriffs der „Dominanz" - der innerartlichen wie auch in der Mensch-Hund-Beziehung.

Neugierig geworden? Wir haben viel zu sagen und noch mehr um aufzuklären!

http://www.hundewelten.de

Hunde-Begegnungen aktuell

Kennen Sie das auch?

Ein gemeinsamer Spaziergang in ländlicher Idylle mit den eigenen Hunden und irgendwann kommt Ihnen von irgendwo ein fremder Hund entgegen. Mutterseelen alleine. Keine Spur von Herrchen oder Frauchen. Und während sich in Ihnen schon ein wenig Mitleid für das vierpfötige Waisenkind regt, beobachten Sie, wie Hund Namenlos unter dem Deckmäntelchen eines waschechten Jack-Russel-Terriers im geduckten, fixierenden Schleichgang, zähneleckend mit hochgezogenen Lefzen auf Sie und Ihre Hunde zusteuert und die erste Gelegenheit nutzt, seinen Status zu demonstrieren und knurrend aufzureiten...

Aus der Ferne ist ein schwacher Ruf nach "Anton, ANTON!" vernehmbar und kurz darauf erscheint Herrchen auf der Bildfläche, lächelt ebenso schwach und sagt... nein, nicht etwa "Entschuldigung, mein Hund hört leider nicht und ich halte es auch nicht für nötig, ihn deshalb entweder besser zu erziehen oder angeleint zu lassen". Nein, warum auch? Es genügt heutzutage ein "... er ist manchmal etwas zickig zu anderen Hunden, aber wenn Ihre ganz ruhig sind, dann tut er auch nix"! Ach so! Ja dann...

Ehrlich gesagt, ich finde diese Respektlosigkeit mancher Hundehalter ihresgleichen gegenüber einfach nur unverschämt. Sie delegieren - Kraft eigener Hilflosigkeit, Bequemlichkeit und/oder Selbstaufgabe im Hinblick auf das aus ihrer Sicht aussichtslose Unterfangen "wie erziehe ich meinen Hund" mal eben auf alle jene, die ihnen auf ihren Spaziergängen begegnen. Da Anton an der Leine "... noch mehr Theater macht, lasse ich ihn lieber frei, meistens passiert ja auch nix". Oder ein "... dann lassen Sie doch Ihre Hunde am besten auch frei, dann können sie sich auch verteidigen."

Ich könnte zunächst einmal darauf hinweisen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet mit ausdrücklichem Leinenzwang für Hunde befinden, oder dass gerade die Brut- und Setzzeit begonnen hat, die in Waldgebieten ebenfalls einen Leinenzwang zur Folge hat. Oder so mancher Hundehalter vielleicht einen Hund an der Leine führt, den er erst seit 2 Tage besitzt... oder nach Nanoteilchen seines Hundeverstandes suchen und ihm erklären, dass es tatsächlich Hunde gibt, die nicht "spielen" wollen und so etwas wie eine Individualdistanz einfordern. Völlig zu Recht... Aber ob Anton´s bessere Hälfte das wohl verstehen wird? Wohl kaum, denn Einsicht, Respekt und Verständnis gehören offensichtlich nicht zu seinen Stärken. Wichtig scheint für diese Spezies nur eines zu sein: mit dem geringst möglichen Zeitaufwand und einem Höchstmaß an Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit ihrem Hund Freigang zu bescheren. Auf Kosten anderer und sicherlich irgendwann auch einmal auf Anton´s "Kosten", wenn er an den "richtigen" Hund gerät.

Nein, für diese niedliche kleine Giftspritze namens Anton, stolzer Vertreter einer unterschätzten und oftmals unterforderten Hunderasse, braucht man(n) weder Waffenschein, noch Wesenstest und schon gar keinen Sachkundenachweis. Schließlich misst Terror-Terrier-Zwerg Anton weniger als 40 cm in der Schulter und wiegt keine 20 kg. Der Persilschein für jeden Halter, die uneingeschränkte Vollmacht, gesetzlich verbrieft für den unkontrollierten Freilauf mit eingebauter Vorfahrt und einer automatischen und selbstverständlich stillschweigenden Selbsthaftung für alle, die es wagen, seinen Weg zu kreuzen... 4- und 2-Beiner.

Ich hoffe, ich begegne diesem Herrn ein weiteres Mal... ich werde die Gelegenheit nutzen und im Sturmschritt und grimmigster Miene, wild gestikulierend auf ihn zulaufen... ihn anrempeln und höchst vertraulich die Hand in seinen Schritt legen, während ich ihm leise fluchend meinen Status ins Ohr hauche. Sollte er kein Verständnis dafür haben, meine freundlichen Ambitionen der zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme gar missverstehen, werde ich selbstverständlich meinen Mann bitten, mich wieder an die Leine zu legen, an die kurze, natürlich! Schließlich falle ICH nicht mehr unter die 40/20-Generation und darf daher nicht mal eben so "Guten Tach" sagen - obwohl, ich will ja auch nur spielen und tu nix - garantiert!

Der praktische Nutzen der Ethologie

In Ausbildungen zum Hundetrainer und in Seminaren für Hundehalter wird immer wieder auf die wichtige Bedeutung der Ethologie - also der vergleichenden Verhaltensforschung von Wild- und Haustieren - hingewiesen. Wie verhalten sich Wölfe oder verwilderte Hunde in ähnlichen Situationen, die wir bei unseren Haushunden kennen?

Viele Experten glauben, dass in der Beschreibung des natürlichen Verhaltens von Wölfen der Schlüssel zur Lösung des Problemverhaltens von Hunden liegt. Hundehaltern und Trainern wird in Büchern und Seminaren zum Ausdrucksverhalten des Hundes bzw. des Wolfes vermittelt, dass eine Veränderung des hündischen Verhaltens nur möglich ist, wenn man die Zusammenhänge in der vermeintlich unberührten Natur kennt und diese dann auf das Zusammenleben mit dem Haushund überträgt.

Zunächst ist es wichtig festzustellen, dass sich ethologische Forschung mit dem Verhalten von Hunden oder anderen Caniden untereinander beschäftigt. Vergleichende Studien zum Verhalten des Hundes mit dem Sozialpartner Mensch aber fehlen. Es existieren Theorien zum Thema, diese werden allerdings von Forschern selbst in Frage gestellt, da eine rein subjektive und emotional geprägte Deutung von Hundeverhalten dem Menschen gegenüber nicht von der Hand zu weisen ist. Im Moment, in dem wir Hundeverhalten in der Interaktion mit Artgenossen beschreiben und dieses dann auf Mensch und Hund übertragen, laufen wir Gefahr, aus menschlich-emotionaler Sicht die Motivation des Hundes zu bewerten. Das ist ein Dilemma, welches den Nutzen vergleichender Studien von Caniden für die Umerziehung von Fehl- oder Problemverhalten von Haushunden zunichte macht.

In Lehrinhalten zum Tierpsychologen oder Hundetrainer wird immer wieder auf die Bedeutung dieser Zusammenhänge hingewiesen. Lehrmeinungen werden unreflektiert wiedergegeben, längst überholte Modelle und Theorien über das Lernen und Verhalten einfach kopiert, Hundeverhalten verkompliziert und falsch ausgelegt. In der Praxis wird versucht, die Kommunikation bzw. Körpersprache von Caniden untereinander zu imitieren, es wird unterworfen oder man versucht über Beschwichtigungssignale den Hund zu kontrollieren. Mit fatalen Folgen für alle beteiligten Menschen, die auf diese Art und Weise versuchen, Problemverhalten ihres Vierbeiners in den Griff zu bekommen, oft mit der Begründung, dass Hunde und Wölfe dies in einem Rudel ebenso machen.

Eine völlig falsche Annahme, denn in einem gewachsenen Rudel mit klarer Hierarchie stellt kein Rudelmitglied eine bestehende Ordnung in Frage. Beobachtungen an frei lebenden und gewachsenen Rudeln von Wölfen haben gezeigt, dass die Rangordnung nicht durch dominierende Gesten von ranghohen zu rangniederen Tieren festgelegt wird, sondern genau umgekehrt. Rangniedere Tiere reagieren im Kontakt mit Ranghohen immer mit aktiver oder passiver Unterwerfung, zeigen also von sich aus das Bestreben, die bestehende Ordnung nicht in Frage zu stellen. Die Meinung, der Hund warte nur auf einen günstigen Moment, um seinen Menschen zu dominieren, ist falsch, hält sich aber leider hartnäckig.

Ist ein Hund nun in der Lage, einen Menschen zu dominieren? Natürlich ist er das! Der Hundehalter ist aus Sicht des Hundes in erster Linie Sozialpartner und damit eingebunden in sein Bedürfnis nach geklärten Rangordnungs- und Ressourcenverhältnissen im Rudel.

Nun ist aber mit der Fähigkeit zu dominieren untrennbar eine zweite, dem Hund angeborene Verhaltensweise verbunden - die Bereitschaft zur Unterordnung. Das bedeutet aber, dass der Hund die Entscheidung zwischen Dominanz oder Unterordnung nicht alleine fällen kann, er benötigt hierzu den Sozialpartner Mensch. Hundehalter stehen oft vor dem Problem entscheiden zu müssen, welcher Trainer oder Therapeut die Qualifikation hat, den problemgeplagten Hund umzuerziehen. Auf der Suche nach einem seriösen Anbieter fallen meist Slogans wie „nach neuesten kynologischen Erkenntnissen“ oder „basierend auf ethologischer Forschung“. Auf den ersten Blick vermitteln diese Werbebotschaften den Eindruck von Professionalität, wissenschaftlicher Arbeit und Seriosität.

Wo aber sind die Erkenntnisse ethologischer Forschung und kynologischer Workshops, wenn am Hund mit Kopfhalfter, Rütteldose, Anti-Bellhalsband, Stachelwürger, Leinenruck, Anschreien, Wurfkette oder Ähnlichem gearbeitet wird? Muss man bei all der Vermenschlichung und Gefühlsduselei hier nicht eher von psychischer Misshandlung des Beutegreifers Hund sprechen?

Die Suche des Hundes nach biologisch sinnvollen Assoziationen
Für die Ethologie ist es wichtig, was ein Hund im Kontakt mit seinen Artgenossen tut, warum er das tut und was es beim Gegenüber auslöst. Das ist interessant, um Erkenntnisse über den eigenen Hund zu erlangen. Nun stehen wir aber Situationen gegenüber, in denen wir den Hund nicht unkontrolliert agieren lassen dürfen. Selbst wenn wir eine Antwort auf die Frage bekämen, warum der Hund das oder jenes tut, hilft uns das nicht einen Schritt weiter. In der reinen Beschreibung von Hundeverhalten oder - wie Experten es nennen - Verhaltensbeobachtung, ist die Problemlösung nicht enthalten.

Selbst wenn Sie feststellen, dass Ihr Hund unsicher oder sogar ängstlich ist, dass er die Wohnungstür, den Gartenzaun oder das Fenster gegenüber fremden Besuchern verteidigt, wird nicht etwa das eigene Verhalten in Frage gestellt, sondern sofort mit Ausreden gekontert. Es liegt an der schlechten Vergangenheit des Hundes, er kommt aus Spanien, aus dem Tierheim oder er wurde in der Welpenspielgruppe gebissen. Aber wie geht es weiter? Sie haben das Verhalten des Hundes beschrieben, auch die Erklärung dafür geliefert und doch ändert sich nichts.

Der Grund dafür ist einfach zu finden: weil Sie Ihren Hund mit seinem Problem alleine lassen und ihm Aufgaben übertragen, mit denen er hoffnungslos überfordert ist. Der einzige sinnvolle Ansatz, am Verhalten des Hundes etwas zu verändern, beginnt beim Menschen. Haben Sie sich eigentlich schon einmal die Frage gestellt, was der Hund will? WILL er wirklich an der Leine ziehen? WILL er bellen, beißen, Angst haben? Ist es nicht eher so, dass er das tun MUSS, weil Sie ihm diese Verantwortung nie abgenommen haben?

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Tierschutzgedanke oder gedankenloser Tierschutz

Der Hund aus dem Ausland

Wer sind die Bösen und wer die Guten im internationalen Handel mit Auslandshunden?

Dort, wo es etwas zu verdienen gibt, sind die nicht weit, die sich auf Kosten Anderer bereichern. Es geht um unseriöse Praktiken von Tierschutzorganisationen, die sich der „Rettung“ von Hunden aus ausländischen Tötungsstationen verschrieben haben. Es ist wichtig, über verschiedene Geschäftspraktiken informiert zu werden, da wir gerade im Tierschutz leider keine wirkliche Transparenz finden werden. Doch wo fängt das Geschäft mit Hunden aus Tötungsstationen und Auffangstationen in Spanien, Italien und Griechenland an?

Der junge Straßenhund aus Spanien wurde vom ansässigen Tierheim an eine deutsche Familie vermittelt. Alter, Prägung und Lernerfahrung sind unbekannt. Zu dem, was jetzt in Deutschland an Verhalten von ihm erwartet wird, ist der junge Hund einfach nicht in der Lage und wird es auch nie sein. Aus dem Ausland importierte Hunde von der Straße haben meist gelernt, sich selbst zu versorgen, die Unabhängigkeit zum Menschen ist bereits geprägt, sehr oft haben sie Negatives in Bezug auf Menschen erfahren und wurden durch Tritte oder Schläge misshandelt, wenn sie Mülltonnen plünderten. Diese Hunde zeigen ausgeprägten Hetz- und Jagdtrieb durch notwendige Selbstversorgung. Hatte ein Hund in seinem Leben bereits Jagderfolg, so ist die Gefahr sehr groß, dass er dieses Verhalten bei entsprechenden auslösenden Reizen, also bei sich bewegenden Objekten, wieder zeigt. Auch die oft reizarme Haltung in überfüllten ausländischen Tierheimen wird Ihr Leben mit diesem Hund zwangsläufig auf eine harte Probe stellen.

Ganz klar, man könnte von einem Einzelfall sprechen, der den eigentlichen Gedanken, der hinter den Importen von Hunden aus Südeuropa steckt, nicht in Frage stellt. Und doch tun wir es. Weil es keine Einzelfälle sind, weil wir in unserer täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Haltern immer häufiger mit Problemen dieser Art konfrontiert werden und nicht selten zu hören bekommen: „Warum hat uns im Tierheim niemand über die Probleme informiert, die ein Hund aus dem Ausland unweigerlich mitbringt?“ Ja, warum wohl? Weil das Personal im Tierheim selbst überfordert ist mit der Einschätzung des Verhaltens eines traumatisierten Welpen. Weil immer noch die Meinung vorherrscht, ein Hund aus dem Tierheim müsse sich erst mal eingewöhnen, bevor man als neuer Halter anfängt, mit ihm zu trainieren. Weil es ja ganz besonders dem Tierschutzgedanken entspricht, wenn man nicht nur die deutschen Hunde rettet, sondern auch noch Tierheime und Auffangstationen im Ausland unterstützt und sich damit rühmt, einem Hund ein besseres Leben in Deutschland ermöglicht zu haben.

Und wer unterstützt den neuen Halter, wer hilft dem Hund kompetent aus dem Problemverhalten? NIEMAND tut das! Was hat das mit Tierschutz zu tun? Gedankenlos, egoistisch und naiv ist dieser Ansatz.

Wenn wir also die verurteilen, die aus diesem Geschäft den größtmöglichen Profit schlagen, indem sie lediglich die Nachfrage bedienen, was ist mit der Verantwortung der Menschen, die nach solchen Tieren fragen? Unsere Kritik gilt nicht den Menschen, die sich vor Ort in den entsprechenden Ländern für den Tierschutz engagieren, Tierheime betreiben und sich gegen die ortsüblichen Praktiken im Umgang mit Hunden wehren und aufklären. Der Import von Hunden nach Deutschland hilft jedoch weder dem einzelnen Tier, noch den tausend Hunden, die auch künftig dort geboren, misshandelt, gequält und getötet werden.

Man muss die Vorgeschichte des Hundes kennen!

Ja, das Wissen über die Vergangenheit ist sehr wichtig. Wir können dadurch ungeschehen machen, was passiert ist und da wir immer für alles und jeden eine gedankliche Schublade frei haben, müssen wir uns nicht über Leerstand beklagen.


Die Vorgeschichte ändert NICHTS am bestehenden Problem, sorgt bestenfalls für subjektive und emotionale Befangenheit und lässt jeden Therapieversuch scheitern. Verschwenden Sie bitte keine Energie für Vergangenheitsanalysen. Verschwenden Sie kein Geld für Zukunftsblicke. Setzen Sie sich im Hier und Jetzt mit dem aktuellen Verhalten des Hundes auseinander, denn ER hat viel mitzuteilen und zwar kostenlos.

Seminare und Ausbildungen zu Training und Therapie von Hunden aus dem Ausland mit Fehl- und Problemverhalten finden Sie hier: https://www.hundewelten.de

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Der Konditionierungswahnsinn beim Hund

oder warum Thorndike kein Hundetrainer war. 

Viele tun es, wenige können es und doch halten sie daran seit mehr als 100 Jahren fest. Die Rede ist von instrumenteller oder operanter Konditionierung des Hundes.

Edward Lee Thorndike (1874-1949), der Begründer der instrumentellen Konditionierung, seines Zeichens Psychologe experimentierte u.a. mit Katzen, Hühnern und Hunden. Aus seinen zahlreichen Versuchsanordnungen gründete sich die heutige Lerntheorie, wonach erwünschtes Verhalten durch Belohnung verstärkt und unerwünschtes Verhalten durch Bestrafung unterdrückt werden kann. Es handelt sich also um eine über 100 Jahre alte Theorie, die heute Hochkonjunktur hat und Bestandteil so mancher Prüfung zum Hundetrainer ist.

Das Lernen aus Versuch und Irrtum ist sicherlich ein adäquates Mittel für den Hund, der in freier Wildbahn und ohne Menschen lebt und hierdurch sein Überleben garantiert. Nun befinden sich nur wenige Hunde in Deutschland tatsächlich in freier Wildbahn sondern sind in der Obhut des Menschen, der für ihr Überleben garantiert. An dieser Stelle sei dem Hundehalter unterstellt, dass er vorausschauendes Denken besitzt und die, aus Sicht des Menschen unerwünschten Verhaltensweisen seines Hundes kennt.

Warum soll und muss der Hund nun erst einmal Fehler machen, also bestraft werden um zu lernen, dass dieses Verhalten nicht im Sinne seines Sozialpartners Mensch ist. Wäre es als verantwortungsbewusster Mensch nicht viel sinnvoller dem Hund bereits im Vorfeld zu vermitteln, was erwünschtes Verhalten bedeutet?

Nur allzu oft begegnen wir dem Phänomen, dass Hundehalter- und Experten lieber bestrafen als belohnen und unseren Hunden somit jegliche Möglichkeit nehmen, etwas richtig zu machen. Begründet liegt dies in der Annahme, dass Hunde, die ein Verhaltensproblem aufweisen, dem Menschen etwas Böses wollen oder ihm absichtlich Schaden zufügen möchten. Diese Annahme ist jedoch falsch. Viele Hunde können nicht im Sinne des Zweibeiners reagieren, weil man ihnen schlichtweg die Alternative nimmt, indem man beispielsweise versucht, den bereits aktivierten Jagdtrieb zu unterdrücken. Am Besten noch mit einem Starkzwangmittel wie Strom- oder Stachelhalsband.

Sollten Hundeexperten es nicht eigentlich besser wissen?
Wenn es klingelt und der Hund zur Tür läuft um den Besuch zu begrüßen oder auch durch sein Bellen zu verscheuchen, können Sie ihn natürlich dafür bestrafen. Da das Tier aber nicht gelernt hat, was es besser machen kann, vollzieht sich das Problem täglich aufs Neue wieder.


Nun haben Sie als Hundehalter oder Hundetrainer, ohne es zu wissen schon so gut wie alles falsch gemacht, denn Sie haben dem Hund nicht beigebracht, was er stattdessen machen könnte. Wenn Sie nun also im Sinne des Hundes Verhalten positiv verändern möchten, beginnt Ihr Training nicht an der Tür sondern sehr viel früher. Einen Stein, den Sie geworfen haben, können Sie schwerlich dazu bringen, zurück zu kommen. Besser wäre, Sie werfen ihn gar nicht erst.

Wenn Sie den Hund für das Bellen an der Tür bestrafen, haben Sie vergessen ihn für das ruhige Liegen auf der Decke zu belohnen. Und dafür benötigen Sie keine Hilfsmittel, keine Bestrafung oder gar Gewalt. So geht Hundeerziehung, warum tun Sie´s nicht?

Ausbildungen und Seminare rund um den Hund
http://www.hundewelten.de
Berufsbildungsinstitut für Hundetrainer und Hundetherapeuten

Übergewicht beim Hund

Nicht nur beim Menschen stellt Übergewicht eine immer häufiger vorkommende Krankheit dar, auch der beste Freund des Menschen leidet oftmals, durch meist falsches oder übermäßiges Futter, unter einem zu hohem Körpergewicht. Experten nehmen an, dass jeder vierte Hund in Deutschland übergewichtig ist.

Bei Übergewicht handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit, die viele weitere körperliche Folgen nach sich ziehen kann. Darunter fallen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus, Gelenkschmerzen, Bewegungsstörungen, Atemprobleme, Verdauungsstörungen, Anfälligkeit für Inkontinenz, Lebererkrankungen, Hautkrankheiten und Störungen des Immunsystems.

Bei einem übergewichtigen Tier ist die normale Körpermasse durch Zunahme des Fettgewebes aufgestockt. Dies kann eine Reihe an Erkrankungen nach sich ziehen. Das Fettgewebe bildet in der Natur eine Reserve für "schlechte Zeiten". Da die Tiere in unserer modernen Gesellschaft keine Probleme mit dem erfolgreichen oder erfolglosen Jagen einer Beute haben, sind solche Fettreserven nicht notwendig.

Unsere Haustiere verfügen immer über einen gedeckten Tisch, erhalten regelmäßig ihr Futter und zusätzliche Zuwendungen durch „Leckerlis“. So kann es leicht aufgrund von mangelnder Bewegung und zu reichhaltigem Futter zur Bildung falscher Reserven kommen, die vom Körper nicht benötigt werden. Darüber hinaus begünstigen einige Faktoren ein Übergewicht des Hundes – so neigen bestimmte Rassen wie zum Beispiel der Labrador Retriever, der Beagle oder der Cockerspaniel häufiger zu Adipositas als andere. Auch eine Kastration des Tieres führt häufig zu einem erhöhten Körpergewicht.

Neben der falschen Ernährung existieren auch einige Krankheiten, die Übergewicht hervorrufen können. Dazu zählen die Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose), eine Fehlfunktion der Nebenniere (Morbus Cushing) oder eine Fehlfunktion des Hypothalamus. Übergewicht kann außerdem auftreten, wenn der Hund bestimmte Medikamente, wie Kortison, einnehmen muss.

Übergewicht beim Hund äußert sich zunächst durch die Anhäufung von Fett, das sich an verschiedenen Stellen des Körpers anlagert. Eine Faustregel besagt, dass von einem Normalgewichtig des Hundes ausgegangen werden kann, wenn die Rippen nicht sichtbar, aber leicht ertastbar sind. Kann man die Rippen nicht mehr leicht ertasten oder stechen sie hervor handelt es sich um Über- bzw. Untergewicht. Um objektiv sicher stellen zu lassen, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Dieser kann mit Hilfe eines Bewertungssystems (Body condition score, BCS) den Ernährungszustand des Hundes professionell beurteilen.

Neben dem äußeren Erscheinungsbild kommt es zu vielen weiteren Symptomen, die durch eine Adipositas entstehen. So bewegen sich stark übergewichtige Hunde nicht mehr gerne. Oftmals haben sie Schmerzen, da ihre Gelenke stark belastet werden, oder sie bekommen schlechter Luft. Es ist schwierig, einem Hund Schmerzen anzumerken, da Hunde selten Bewegungsschmerzen durch Lautäußerungen ausdrücken – meist fällt dem Besitzer lediglich auf, dass sich der Hund weniger bewegt und teilweise schwerfällig wirkt.

Bitte denken Sie als Hundehalter beim Füttern daran, dass ein übergewichtiger Hund  bewiesenermaßen kürzer lebt, und nicht zuletzt seine Lebensqualität enorm herabsetzt ist.

Wenn Sie mehr über das Thema und vor allem über die richtige Ernährung Ihres Hundes wissen wollen, besuchen Sie doch unser zertifiziertes Tagesseminar: Ernährungsberater Fachrichtung Hund