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Wer sich einen Hund anschaffen will, sollte sich darüber im klaren sein, dass Hunde soziale Wesen sind, die feste Beziehungen benötigen. Wer sich einen Hund anschafft, nimmt ein neues Mitglied in die Familie auf, für das er die nächsten 12 - 15 Jahre (so alt wird ein Hund) entsprechend sorgen muss. Dies bedeutet einen erheblichen Zuwachs an Verantwortung.
Bedenken Sie, dass Sie auch am Wochenende morgens aufstehen müssen, um Ihren Hund auszuführen. Auch nachmittags und abends braucht Ihr Hund Auslauf, einmal täglich einen großen Spaziergang. Große Hunde sollten täglich 2 x 20 Minuten ins Freie. Kleine Hunde kommen zwar meist mit weniger aus, es entspricht jedoch keiner artgerechten Haltung, einen Hund dreimal täglich an der Leine um den Häuserblock zu führen. Es ist Tierquälerei, einen Hund den ganzen Tag, vermutlich noch alleine in einer Wohnung zu lassen!
Bedenken Sie, dass Ihr Hund von klein auf erzogen werden muss. Wenn Sie zu spät mit der Erziehung beginnen, ist es meist sehr schwer, dem Hund Grundbegriffe wie z.B.. "Platz" oder "Fuß" beizubringen. Wenn Sie Ihren Hund später noch ausbilden lassen, kostet dies zu den laufend anfallenden Futter- und Tierarztkosten zusätzlich Geld.
Bedenken Sie, dass ein Hund weder ein Statussymbol noch ein Konsumartikel ist, der bei "Nichtgefallen" umgetauscht werden kann. Viele Hunde landen im Tierheim, weil ihre Besitzer sie aus Renommiersucht angeschafft haben und ihrer Verantwortung für das Tier nicht gerecht werden.
Bedenken Sie, dass Sie nicht mehr mit dem Flugzeug in Urlaub fliegen können, ausser Ihr Hund ist nicht schwerer als 5 kg und Sie können ihn in den Passagierraum mitnehmen. Hunde im Frachtraum eines Flugzeugs zu befördern, wo sie der enormen Lärmentwicklung der Turbinen schutzlos ausgeliefert sind, ist Tierquälerei. Die Hunde haben hinterher meist Verhaltensschäden.
Bedenken Sie, dass es viele Hunderassen gibt, die zu den "Qualzüchtungen" gehören. Solche Rassen haben z.B.. so kurze Schnauzen, dass sie unter konstanter Atemnot leiden, oder sie wurden so schwer gezüchtet, dass sie häufig unter Gelenkerkrankungen leiden. Manche Hunde haben so lange oder schwere Ohren, dass sie unter chronischer Mittelohrentzündung leiden, da kaum noch Luft in die Gehörgänge dringt. Anderen wurden so extreme Hautfalten angezüchtet dass sie ständig an Ekzemen erkranken oder das Fell wurde ihnen weggezüchtet, so dass sie nicht einmal gegen UV Strahlung geschützt sind. Viele große Hunderassen haben durch die Gewissenlosigkeit umsatzorientierter Züchter mittlerweile angeborene Hüftschäden (HD). Diese Erkrankung ist sehr schmerzhaft und macht dem Hund das Laufen unmöglich. Degeneriert sind auch Hunde, denen bewusst ein übersteigertes Aggressionsverhalten angezüchtet wurde.
Bedenken Sie, bevor Sie sich einen Hund beim Züchter holen, dass im Tierheim auch viele Rassehunde auf ein neues Zuhause warten. Aber auch Hunde, die nicht dem vom Menschen aufgestellten Rassestandard entsprechen, bereiten viel Freude. Hunde sollten besser nach ihrem Wesen und Gesundheit als nach äußerlichen Merkmalen beurteilt werden.
KAUFEN SIE IHREN HUND NICHT BEI EINEM HUNDEHÄNDLER!! Leider gibt es immer mehr Hundehändler, die in den Tageszeitungen im ganzen Bundesgebiet unter der Rubrik Tiermarkt inserieren. Diese Händler sind nicht vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) anerkannt. Trotzdem versuchen sie den Eindruck zu erwecken, sie seien seriöse Züchter. Dabei bieten sie manchmal Dutzende verschiedener Rassen an. Oft holen sich diese Händler ihre nicht mehr als 5 - 6 Wochen alten Welpen (bei seriösen Züchtern werden die Welpen nicht vor der 8. - 10. Woche abgegeben) aus Polen oder der ehemaligen Tschechoslowakei. Viele Welpen sterben bereits während des Transports. Wenn sie den Transport überleben, sind sie häufig schwer krank oder haben irreparable Verhaltensschäden, denn was ein Hund in seiner "sensiblen Phase" (die ersten 4 - 5 Monate) erlebt, das vergisst er sein Leben lang nicht mehr. Sie bezahlen also für einen meist kranken Problemhund mit dubiosen Papieren den gleichen Preis wie bei einem seriösen Züchter. Bedenken Sie, dass jeder Kauf bei einem Hundehändler oder in einer Zoohandlung diese Tierquälerei fördert.
Worauf Sie beim Erwerb eines Hundes achten sollten: Reinrassig oder Mischling Mal abgesehen von den Anschaffungskosten, die bei einem reinrassigen Hund bis zu 700 € betragen können, bezahlen Sie beim Mischlingshund aus dem Tierheim lediglich zwischen 50 und 200 €. Aber es gibt noch andere, sehr wichtige Überlegungen... Reinrassige Hunde sind im Gegensatz zu Mischlingen anfälliger für Erkrankungen, weniger robust und leiden oft unter Verhaltensstörungen, bedingt durch die allgemeine Überzüchtung. Gerade größere Rassehunde, insbesondere der deutsche Schäferhund ist oft von der so genannten Hüftgelenkdysplasie, einer angeborenen Hüftfehlstellung betroffen, was dann Operation bzw. frühzeitige Bewegungseinschränkung bedeuten kann.
Vom Tierheim: Der Hund aus dem Tierheim.. scheint mir persönlich eine alternative Lösung für Anfänger bzw. Ersthundbesitzer. Da das Tier bereits geprägt ist und sich eventuelle Verhaltensstörungen bzw. Charakterschwächen leicht erkennen lassen, sind auch hundeunerfahrene Menschen hierbei besser beraten. Natürlich birgt dies auch Probleme da Sie nicht wissen wie der Hund vorher behandelt wurde. Es ist möglich, dass Sie sich einen Angstbeißer, nicht stubenreinen oder gar schon aggressiven Hund anschaffen. Sie sollten nach Möglichkeit versuchen ein Tier zu finden, dass nicht älter als 2 Jahre ist und nicht längere Zeit im Tierheim verbracht hat. Einen Hund der älter als 3 Jahre ist, kann man nur schwer umerziehen und man benötigt doppelt so viel Zeit um schlechte Angewohnheiten zu löschen. Besuchen Sie regelmäßig verschiedene Tierheime und haben Sie Geduld, wenn nicht auf Anhieb Ihr Wunschtier dabei ist. Ein fremder Hund wird Sie entweder akzeptieren oder von vorne herein ablehnen. Sollten Sie sich dennoch für einen Welpen entscheiden, müssen Sie sich die ersten drei Monate viel Zeit für das Tier nehmen. 6 bis 8 mal täglich Gassi gehen, 4 mal Füttern, Fellpflege, Grunderziehung und vieles mehr, sind nur die Minimalanforderungen für einen Welpen. Grundsätzlich ist der Hund bis zum Alter von 5 Monaten ein Vollzeitjob, denn was Sie in dieser Zeit an Erziehung, Regelwerk und Charakterformung versäumen, lässt sich nur selten nachholen.
Erkundigen Sie sich beim Pfleger, wie alt der Hund ist, wie lange er sich schon im Tierheim aufhält und wie viel Vorbesitzer er hatte. Beobachten Sie den Hund und erkundigen Sie sich nach evtl. Verhaltensstörungen. Nehmen Sie den Hund erst einige Male zum Spazieren gehen mit. Immer wieder geschieht es, dass Hunde nach 2 oder 4 Wochen ins Tierheim zurückgebracht werden. Bedenken Sie, dass ein Hund, dem dies ein paarmal passiert, hochgradig verstört bzw. verhaltensgestört ist, so dass er nicht mehr vermittelt werden kann. Überlegen Sie sich also genau, wenn Sie sich für einen Hund entschieden haben, ob Sie ihn auch behalten wollen. Es gibt schwierige Hunde, die auf keinen Fall an Ersthundebesitzer abgegeben werden sollten. Für diese Hunde ist sehr viel Erfahrung und Geduld erforderlich.
Vom Züchter: Bei seriösen Züchtern die mit ihrer Tätigkeit keinen großen Profit erwirtschaften wollen, müssen Sie oft ein viertel Jahr oder noch länger auf einen Welpen warten. Außerdem besteht der Züchter meist auf einem ausführlichen Gespräch, um sich davon zu überzeugen, dass sein Tier in gute Hände kommt. Seriöse Züchter drängen Ihnen niemals einen Hund auf. Lassen Sie sich die Elternpapiere zeigen. Achten Sie darauf, dass Welpen und Elterntiere in die Familie integriert sind. Lassen Sie sich die Zuchtpapiere zeigen. (Ahnentafel, Ausstellungsnachweise, HD-Befunde). Seriöse Züchter werden Ihnen diesen Wunsch gern erfüllen. Beobachten Sie "Ihren" Welpen möglichst über einen längeren Zeitraum und "besuchen" Sie ihn immer wieder. Auf diese Weise lernt der Welpe Sie kennen, und gewöhnt sich dann leichter ein. Achten Sie darauf, dass der Hund tätowiert, körperlich fit und lebhaft ist. Lassen Sie sich einen Impfnachweis geben und einen Futterplan. Stellen Sie nach dem Abholen des Welpen nicht sofort das Futter um. Lassen Sie sich niemals einen bestimmten Welpen aufdrängen, (weil der Gewünschte schon verkauft ist oder man Ihnen einreden will, ein anderer sei besser für Sie geeignet). Suchen Sie dann lieber einen anderen Züchter auf, oder lassen Sie sich ein Vorkaufsrecht für einen späteren Wurf geben. Seriöse Züchter behalten sich ein Rückkaufsrecht vor, d.h., wenn Sie den Hund aus irgendeinem Grund nicht mehr behalten können, müssen Sie ihn zum Züchter zurückbringen. Legen Sie einen alten ungewaschenen Pullover in das Hundekörbchen. So kann der Hund sich besser an Sie und Ihren Geruch gewöhnen. Stellen Sie den Hund, wenn er sich nach ca. 3 Tagen etwas eingewöhnt hat, dem Tierarzt vor, um eventuelle körperliche Mängel festzustellen (z.B. Einhoder, Leistenhoden oder Herzfehler). Bringen Sie auch gleich Kot zur Wurmuntersuchung mit.
Von Privatpersonen: Es gelten dieselben Regeln wie beim Kauf von Züchtern, mit dem Unterschied, dass der Hund keine Papiere hat. Normalerweise sind das Futtergeld und die Impfkosten zu bezahlen oder der Hund wird verschenkt. Wenn Sie einen erwachsenen Hund übernehmen, sollten Sie ihn erst einige male besuchen und zum Spazieren gehen mitnehmen, um die Umgewöhnung zu erleichtern. Auch hier sollten Sie Impf- und Untersuchungsnachweise verlangen. Fragen Sie den Vorbesitzer, ob der Hund krank war (evtl. auch den Tierarzt, der den Hund behandelt hat). Die letzte Möglichkeit wäre ein tierärztliches Attest. Hundebesitzer, die ihren Hund nur in beste Hände abgeben wollen, haben hierfür Verständnis.
Nicht der Mensch sucht sich seinen Hund... vielmehr sucht sich der Hund sein Herrchen oder Frauchen selbst aus. Dies gilt übrigens auch für Welpen. Lassen Sie sich bei der Auswahl Zeit. Gehen Sie mit dem Tier ein Stück und beobachten Sie Verhalten und Reaktionen. Wie reagiert er auf Ihre Stimme, wie verhält er sich gegenüber anderen Hunden oder Menschen die ihm entgegenkommen. Ist er aufmerksam oder desinteressiert?
Nach all diesen Beobachtungen sollten Sie einen Gesamteindruck von dem Tier haben und wissen ob das Ihren Vorstellungen von einem zukünftigen Rudelmitglied entspricht. Wenn hier vom Rudelmitglied gesprochen wird, so ist dies durchaus wörtlich zu nehmen, denn Ihr Hund ist ein Rudeltier mit Ihnen als Rudelführer und somit auch nicht für Zwingerhaltung oder Hundehütte geeignet. Vieles wird unmöglich, wenn Sie ihn nicht an Ihrem Leben teilhaben lassen. Die hierbei oft gestellte Frage: Wie lange ein Hund problemlos alleine gelassen werden kann, beantwortet sich nun auch von selbst, nämlich gar nicht. Sicherlich stellt es für den im Welpenalter daran gewöhnten Hund kein Problem dar, auch bis zu 8 Stunden alleine zu bleiben, im Sinne des Hundes ist dies jedoch nicht. Als Richtlinie kann ein Zeitrahmen von 4 bis 6 Stunden als tolerierbar bezeichnet werden, wobei nicht der Zeitraum pro Tag maßgebend ist, sondern die Anzahl der Wiederholungen. Viele Hunde verkraften durchaus 8 Stunden und länger alleingelassen zu werden, sofern dies die Ausnahme ist und nicht regelmäßig praktiziert wird.
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